Spitzensportförderung der Bundeswehr

  • Förderung der im DOSB organisierten Sportfach-/Spitzenverbände durch 744 Förderplätze
  • Grundvoraussetzung: Bundeskader; sportfachliche Befürwortung des Spitzenverbandes und des DOSB
  • Ausbildung: nach Diensteintritt Grundausbildung über 6 Wochen, Dienstzeitverlängerungen in das Dienstverhältnis Soldat auf Zeit (SaZ) setzen das Einverständnis zur Teilnahme an der Ausbildung zum Feldwebel/Bootsmann Spitzensport Streitkräfte voraus.
  • Anstellung: grundsätzlich als freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) 11 Monate, Übernahme in das Dienstverhältnis SaZ bis hin zum Berufssoldaten möglich
  • Einstellungstermine: fünfmal im Jahr (01.01., 01.04., 01.07.,01.09. und 01.11.)
  • Bewerbung: frühzeitig (mind. 2 Monate) vor einem gewünschten Einstellungstermin

Die Bundeswehr ist einer der größten Förderer des Hochleistungssports in der Bundesrepublik Deutschland.

Sie gewährleistet optimale Rahmenbedingungen für die leistungssportliche und berufliche Laufbahn der geförderten Spitzensportlerinnen und Spitzensportler. Alle leistungssportorientierten Spitzenverbände des DOSB profitieren von der Spitzensportförderung der Bundeswehr.

Die Bundeswehr folgt damit den Zielsetzungen der Bundesregierung und trägt somit aktiv zur Förderung des Hochleistungssports in Deutschland bei. Diese sind u.a. darauf ausgerichtet:

  • die Repräsentanz Deutschlands bei internationalen Wettkämpfen (z.B. Europa-, Weltmeisterschaften, Olympische Spiele) zu gewährleisten,
  • den deutschen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern Chancengleichheit gegenüber Sportlern anderer Staaten einzuräumen und
  • der Vereinbarkeit von sportlicher Laufbahn und Berufsausbildung besondere Aufmerksamkeit zu widmen, um auch nach dem Ende der sportlichen Karriere ein angemessenes Berufsleben zu ermöglichen.

  Umfänge und Kontingente

Die Spitzensportförderung der Bundeswehr wird im Wesentlichen durch die jeweils festgelegte Obergrenze von Förderplätzen bestimmt, die die Bundeswehr zur Förderung der Spitzenverbände zur Verfügung stellt. Diese Förderplätze ergeben sich aus den hierfür bereitgestellten Ressourcen und werden durch den DOSB in Zusammenarbeit mit dem Referat Sport/KLF/CISM/Spitzensport im Kommando Streitkräftebasis in Förderkontingente für olympische und nichtolympische Spitzenverbände aufgeteilt. Derzeit werden 744 Förderplätze bereitgestellt.

Verwendung und Ausbildung

Spitzensportlerinnen und Spitzensportler werden grundsätzlich als freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) für 11 Monate eingestellt. Sportsoldatinnen und Sportsoldaten absolvieren nach Diensteintritt eine Grundausbildung an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr (SFJg/StDstBw) in Hannover (6 Wochen). In dieser Zeit erhalten diese die grundlegende und verpflichtende militärische Ausbildung, die mit einer Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweis-Zuerkennung als Wach- und Sicherungssoldat endet. Im Anschluss werden sie in die für sie vorgesehene Sportfördergruppen der Bundeswehr (SportFGrpBw) versetzt.

In den SportFGrpBw erfolgt nach den gegebenen Möglichkeiten eine bedarfsgerechte Aus-, Fort- und Weiterbildung (militärischer Dienst), die den Erhalt der militärischen Grundfertigkeiten sicherstellt. Dabei hat das leistungssportliche Training sowie die Vorbereitung auf Wettkämpfe und die Wettkampfteilnahme Priorität.

Spitzensportlerinnen und Spitzensportler können auch in das Dienstverhältnis eines Soldaten auf Zeit berufen werden. Eine Weiterverpflichtung über das Dienstverhältnis „Soldat auf Zeit 2 Jahre“ hinaus ist zunächst von der soldatischen Eignung sowie der sportfachlichen Befürwortung des Spitzenverbandes und des DOSB abhängig.

Duale Karriereplanung

Gemeinsames Ziel des DOSB und der Bundeswehr ist die Vereinbarkeit von Hochleistungssport und Beruf (Duale Karriere-/Laufbahnplanung). Die Bundeswehr realisiert dies durch aufeinander abgestimmte Durchführung des Spitzensports, militärischer Laufbahnausbildung und zivilverwertbarer (beruflicher) Ausbildungsmöglichkeiten.

Schwerpunkt der Spitzensportförderung durch die Bundeswehr ist zunächst, den Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern das ungestörte Training zum erfolgreichen Absolvieren von Wettkämpfen nach Vorgabe der Spitzenverbände zu ermöglichen. Parallel dazu hat die Bundeswehr, ganz im Sinne von Dualer Karriereplanung, von Beginn an Wert auf die qualifizierende Aus-, Fort- und Weiterbildung gelegt. So besteht u.a. die Möglichkeit, im Rahmen verfügbarer zeitlicher Kapazitäten eine leistungssportgerechte Ausbildung bzw. ein Studium mit individuell angepassten Präsenzphasen aufzunehmen. Hierbei haben die Terminsetzungen des Dienstherrn Bundeswehr, insbesondere für militärische Ausbildungsgänge, als auch die sportfachlichen Vorgaben der Spitzenverbände Priorität.

Die Bundeswehr bietet also z. B. mit Berufsförderung, Weiterbildung, Erwerb von Qualifikationen in Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungsdienst grundlegende Voraussetzungen, eine Lebensplanung nach der Sportkarriere zu gestalten. Auch der Erwerb von Trainerqualifikationen in Kooperation mit den Spitzenverbänden ist möglich.