Nordischer Kombinierer Eric Frenzel

"Rückblickend würde ich nichts anders machen." Foto: Eric Frenzel

Sportlicher Werdegang

  • 2007: Juniorenweltmeister
  • 2009: Vize-Weltmeister
  • 2010: Bronze Olympische Spiele
  • 2011: Weltmeister
  • 2013: Weltmeister
  • 2014: Olympiasieger
  • 2015: Weltmeister
  • 2017: 2 x Weltmeister
  • 2013-2017: 5 x Gesamtweltcupsieger

Beruflicher Werdegang

  • 2008: Abitur an der EdS Oberwiesenthal
  • 2008: Sportfördergruppe der Bundeswehr Frankenberg
  • 2013: Studium Wirtschaftsingenieurwesen an der HS Mittweida

Im Alter von 12 Jahren wechselte ich an die Eliteschule des Wintersports in Oberwiesenthal, um Schule und Sport optimal zu vereinen. Ich war mir von vornherein sicher, dass ich das Abitur machen wollte. Meine Prämisse zu diesem Zeitpunkt war, Schule vor Sport. Damals war noch nicht absehbar, wo die Reise mit dem Sport hingehen würde und daher legte ich die Prioritäten so fest, um definitiv etwas in der Hand zu haben.

An der Eliteschule des Sports in Oberwiesenthal boten sich mit dem Internat und der Schule sehr gute Voraussetzungen für mich. Ich konnte die vielen Fehlzeiten optimal kompensieren und konnte auch immer auf die Unterstützung der Lehrerschaft bauen. Im Jahr 2008 habe ich mein Abitur mit einem Abiturschnitt von 1,9 gemacht. Dies war damals keine so einfache Situation, da ich 2007 Vater geworden bin und mit meiner damaligen Lebensgefährtin und jetzigen Ehefrau gemeinsam noch den Schulabschluss machen musste. Aber alles hat sehr gut funktioniert und ich kann auch nur allen jungen Sportlern raten, das Schulische nicht zu vernachlässigen. Es gibt immer ein Leben nach dem Sport und das ist meist länger als die sportliche Karriere. Es ist immer wichtig, den Schulabschluss im Blick zu haben und so eine gewisse Sicherheit zu haben. Was man hat, das hat man.

Nach meinem Abitur stand der Sport an erster Stelle. Um sportlich weiter zu kommen, hatte ich mich für die Sportfördergruppe der Bundeswehr entschieden. So konnte ich mir eine persönliche Flexibilität für die duale Karriere offenhalten. Ich konnte dort die Laufbahnlehrgänge in der Regelzeit absolvieren. Lediglich der Feldwebellehrgang musste wegen der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von Sotchi um ein Jahr verschoben werden. Ein späterer positiver Effekt stärkte mich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Bundeswehr eröffnete mir die Möglichkeit für ein Studium.

Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Mittweida. Meine Entscheidung für die Hochschule Mittweida fiel, weil dort für den Leistungssport Verständnis und große Unterstützung geboten wird. Mit dem Zuspruch seitens der Verantwortlichen, es gemeinsam zu schaffen, bin ich dieses Projekt angegangen. Mein damaliger Laufbahnberater, Reinhard Steinbach, hat mich in der Entscheidungsfindung begleitet. Der Studiengang ist sehr flexibel. Das lässt mir später viele Möglichkeiten offen. Was mir sehr zusagt, ist die Verbindung der beiden Bereiche Betriebswirtschaftslehre und Ingenieurwesen.

Ich kann quasi zwei Sachen unter einem Hut bringen, wie in meiner Sportart. Als Kind wollte ich immer ein erfolgreicher Sportler werden. Bis heute weiß ich immer noch nicht, welchen Beruf ich genau anstrebe. Erstmal bin ich Leistungssportler und vor allen Dingen Familienvater.

 

Ich habe ein großartiges Leben mit vielen Geschenken. Meine Frau und meine inzwischen drei Kinder machen mich glücklich. Ich bin aber auch sehr stolz auf das Verständnis und die Kompromissbereitschaft meiner Familie, besonders im Speziellen meiner Frau, welche mir dabei hilft und mich unterstützt alles zu bewältigen. Für mich ist es wichtig immer einen Plan zu haben, um so gewisse Routinen aufbauen zu können. Die Unterstützung, die ich durch meine Familie erfahre bestärkt mich. Auch früher wurde ich durch meine Eltern immer unterstützt und beraten. Speziell mein Vater spielte eine große Rolle als Übungsleiter in meinem Heimatverein. Sehr positiv empfand ich schon damals die Zusammenarbeit mit meinen noch heutigen Heimtrainern Jens Einsiedel und Frank Erlbeck.

Rückblickend würde ich nichts anders machen und bereue keine meiner Entscheidungen. Ich möchte allen Sportlern raten, den Schritt zu studieren oder sich weiterzubilden zu nutzen. Es ist definitiv keine verlorene Zeit. Als Jugendlicher kann man nur schwer abschätzen, was auf einen zukommt oder wie die sportliche Karriere einmal verlaufen wird. Ich bin jedoch an all meinen Aufgaben gewachsen. Dies gelingt, wenn man bereit ist Aufgaben anzunehmen und diese umzusetzen.