Hochschulen: Duale Karriere mit Studium und Spitzensport

Bundesweit bestehen Kooperationen mit Hochschulen. Deren Ziel ist es, die Studien- und Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass spitzensportliches Engagement mit einer akademischen Ausbildung zu vereinbaren ist.

Kooperierende Hochschulen wurden darauf aufmerksam, dass sportliche Höchstleistungen einen außerordentlich hohen Zeitaufwand von euch jungen Spitzensportler(inne)n voraussetzen. Leistungssport wird in einem Lebensabschnitt betrieben, in dem zugleich die Grundlagen für eine spätere berufliche Karriere gelegt werden.

 

Dabei ist es besonders wichtig, Dir als Athlet/in nicht nur einen Nachteilsausgleich zu bieten, sondern verlässliche Strukturen zu schaffen, damit Du deine akademische Ausbildung trotz der hohen zeitlichen Belastungen des Spitzensports erfolgreich absolvierst.

Konkrete Unterstützungsmaßnahmen finden soweit wie möglich bereits vor der Aufnahme eines Studiums (u.a. Studienfach- und -ortwahl, Nachteilsausgleich) statt. Der Ablauf und die Organisation des Studiums (u.a. flexible Präsenzpflicht, Studienzeitstreckung und Urlaubssemester) müssen individuell und im Austausch mit Deinem Hochschulmentor und Laufbahnberater angepasst werden.

Zu dem vielfältigen Angebot mit Präsenz- und Fernstudiengängen, den Bildungspartnern der Olympiastützpunkte, den Partnerhochschulen des Spitzensports (adh) und Stipendenangeboten (u.a. durch die Deutsche Sporthilfe und die regionalen Sporthilfen) liefert Dir diese Seite bereits eine gute Orientierung. Zur Unterstützung bei Deiner wichtigen Entscheidungsfrage, an welchem Standort sich Spitzensport und Studium bestmöglich verknüpfen lassen, wende Dich an Deinen Laufbahnberater.

Ein Präsenzstudium startest Du an einer der über 400 staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. Sicher siehst Du dich dazu nach dem Angebot im wohnort- und trainingsnahen Umfeld um, zu dem Dir auch Dein Laufbahnberater weitere Informationen geben kann.

Möglicherweise wird dies eine der Partnerhochschulen des Spitzensports sein. Die Titel wurden seit 1999 mit einem Kooperationsvertrag vom allgemeinen deutschen hochschulsportverband (adh) vergeben, seit 2013 erfolgt dies in Abstimmung mit dem regional beteiligten OSP und DOSB. Mittlerweile tragen über 90 Hochschulen, die Mitglied im Verband des adh sind, diesen Titel.

Einen Bachelor- oder Master-Abschluss kannst Du auch über ein Fernstudium erwerben. Du gewinnst dadurch an Flexibilität, bist räumlich und zeitlich ungebundener - musst also nur zu einem geringen Anteil bei Veranstaltungen und Prüfungen vor Ort an der Hochschule sein. Wichtig ist eine Akkreditierung der Hochschule bzw. des Studiengangs - also eine offizielle staatliche Anerkennung.

Gerade durch die gewonnenen Freiheiten ist eine gutes "(Lern-)Umfeldmanagement" besonders wichtig: es ist ratsam, mit Deinem Laufbahnberater und der Hochschule darüber zu sprechen. Häufig spricht Dein "Profil" einen späteren Arbeitgeber durch das von Dir bewiesene Durchhaltevermögen und Deine hohe Motivation umso mehr an.

Da ein Studium mit flexiblerem und persönlicherem Service der Hochschule jedoch meist mehr kostet, besprich die Studienplanung mit Deinem Laufbahnberater. So kannst Du sicher gehen, dass Du umfassend und ganz persönlich zu den Bildungspartnern der Olympiastützpunkte informiert wirst.

Bundeskader einer olympischen Sportart können im Rahmen der Bewerbung um zulassungsbeschränkte Studiengänge in besonderen Fällen einen sogenannten „Sonderantrag Nachteilsausgleich“ stellen. Damit sollen Leistungsbeeinträchtigungen beim Erwerb der Studienberechtigung berücksichtigt und durch eine bessere Durchschnittsnote oder eine Verkürzung der Wartezeit ausgeglichen werden. Ein Schulgutachten muss ggf. bei der Leitung der Schule, an der die Studienberechtigung erworben wurde, beantragt werden.

Bei jedwedem derartigen nachträglichen Nachteilsausgleich ändert sich nicht die Abiturnote. Diese kann lediglich im jeweiligen Zulassungsverfahren auf der Grundlage eines Schulgutachtens anders bewertet werden. Prüfe mit Deinem Laufbahnberater, ob die Voraussetzungen für Dich erfüllt sind und ob ein Nachteilsausgleich bei Deiner Studienbewerbung sinnvoll sein kann.

In mittlerweile acht Bundesländern besteht derzeit eine Quotenregelung, die Bundeskaderathleten/innen bessere Zulassungschancen ermöglichen kann:
Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen (mit der großzügigsten Regelung), Hamburg und Schleswig-Holstein. Zuletzt kam Hessen hinzu. In Rheinland-Pfalz befindet sich eine Profilquote in Abstimmung.

Um Dich zu deinen Zulassungsmöglichkeiten und -chancen zu informieren, nimm Kontakt mit Deinem Laufbahnberater auf.

Zur Finanzierung während deiner Studienzeit solltest Du dich mit deinem Laufbahnberater austauschen. Neben allgemeinen Angeboten wie BAföG & Studienkrediten gibt es weitere individuelle Möglichkeiten wie u.a. den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr und das Deutsche Bank Sport-Stipendium der Deutschen Sporthilfe.