Bahnradsportler Pascal Ackermann

Ein Vollzeitpraktikum für das Fachabitur - bleibt einem Radsportler da noch Zeit für Training?

Sportlicher Werdegang

  • 2011: Junioren-Weltmeister (Teamsprint)
  • 2012: Junioren-Europameister (Omnium)
  • 2016: U23-Vizeweltmeister (Straßenrennen)

Beruflicher Werdegang

  • 2013: Fachabitur (Eliteschule des Sports Kaiserslautern)
  • 2013-2014: BFD im Spitzensport
  • seit 2014: Bundeswehr Sportfördergruppe

Pascal Ackermann machte 2013/14 über die Sportjugend Rheinland-Pfalz seinen Freiwilligendienst beim Radsportverband in Kaiserslautern. Schon zu diesem Zeitpunkt war er eines der ganz großen deutschen Nachwuchs-Talente im Bahnradsport und holte bei den Junioren bereits Gold bei der WM und EM. Mit dem Sprung ins rad-net ROSE Team und der Teilnahme am berühmten 6-Tage-Rennen in Berlin befand sich seine sportliche Karriere auf einem vielversprechenden Weg.

Am Heinrich-Heine Gymnasium (Eliteschule des Sports) in Kaiserslautern hatte er 2013 sein Fachabitur gemacht. Für den Abschluss fehlte ihm dann noch ein praktisches Jahr. Laufbahnberater Frank Grimm vom Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland riet ihm daraufhin zum Bundesfreiwilligendienst (BFD).
Ein typischer Arbeitstag startete dort für ihn ganz gewöhnlich um 8 Uhr morgens. Nach der Mittagspause ging es dann aufs Rad oder in den Kraftraum. Wenn er dann als Trainer tätig war, mache er alles mit, erzählt Pascal. „Da macht das Training den Kleinen auch mehr Spaß“.

Der BFD war für Pascal als Leistungssportler perfekt: „Dadurch das die Trainingszeit als Arbeitszeit gerechnet wird, konnte ich optimal Training und Arbeit vereinen. Viele meiner Kollegen müssen nach der Schule/Arbeit noch trainieren und kommen erst im Dunkeln Heim. Das Problem hatte ich zum Glück nicht mehr.“ Aber wie lässt sich das mit dem Arbeitgeber vereinbaren? Schließlich hatte er allein im Januar 20 Renntage. Möglich war das nur durch die enge Kooperation mit dem Radsportverband Rheinland-Pfalz, bei dem Pascal tiefe Einblicke in die Verbandsarbeit bekam. Die Aufgaben waren dabei sehr weit gefächert: von Trainer- über Büroarbeit bis zum Mechaniker wurde er hier in allen Bereichen gefordert.

Seine Einsatzstelle hatte durch ihn „immer eine helfende Hand, wenn irgendwo was zu tun ist“, sagt Pascal. Februar und März wurden zur Erholung genutzt, bevor ab April die Straßensaison beginnt.

Nach dem Freiwilligendienst erhielt er das Angebot, der Bundeswehr Sportfördergruppe beizutreten. Dort konnte er 2016 seinen größten Erfolg beim Straßenrennen mit dem Vizeweltmeistertitel der U23 erzielen.

Quelle: M. Maschitzki, Sportjugend Rheinland-Pfalz

 

BFD - Chance für Nachwuchssportler

Mit dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) besteht auch für Spitzensportler die Möglichkeit sich freiwillig im Verein oder Verband zu engagieren. Hierbei sollen allgemeine Aufgaben in der Verwaltung, bei Projekten oder sportartspezifische Tätigkeiten kombiniert werden, mit der Förderung der sportlichen Karriere eines Leistungssportlers.

Das Angebot richtet sich an Spitzensportler aus der Nationalmannschaft (A-, B-, oder C-Bundeskader) und Stammspieler von Bundesligamannschaften, die sich in einem Bundesfreiwilligendienst beruflich orientieren und qualifizieren möchten. Sie haben dabei die Möglichkeit ihr Training auch während der Dienstzeit zu absolvieren. Dadurch erhalten junge Athleten die Chance, in einem verlässlichen Rahmen für eine begrenzte Zeit Training, Wettkämpfe und Berufsorientierung im Sport zu verbinden.