Biathlet Benedikt Doll

Bild: Kilian Kreb

Sportlicher Werdegang

  • 2016: Vize-Weltmeister Staffel
  • 2017: Weltmeister Sprint

Beruflicher Werdegang

  • 2009: Abitur
  • seit 2009: Bundeswehr-Sportsoldat
  • seit 2011: Bachelor-Studium Wirtschafts-ingenieurswesen

Durch meine Eltern, die beide im Ausdauersport sehr aktiv sind, war der Sport in der Familie immer schon stark verankert. Daher sind meine Schwester und ich über die Skizunft  Breitnau, für die ich auch heute noch starte,  zum Biathlon gekommen. Dort haben sich dann nach und nach die Erfolge eingestellt und der Sport hat immer mehr Zeit in Anspruch genommen und einen höheren Stellenwert bekommen.

Biathlon finde ich wegen der Verbindung von körperlicher Anstrengung mit der Präzision und Konzentration beim Schießen einfach sehr reizvoll. Es gibt immer wieder ein Detail oder eine Baustelle, an der man etwas verbessern kann und man muss immer wieder neu beide Beanspruchungen ausbalancieren.

Aufgrund des hohen Aufwands für den Sport bin ich nach dem Abschluss der Realschule an die Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen und das Skiinternat gewechselt. Dort konnte ich das Training und die Schule optimal miteinander verbinden.  2009 habe ich in Furtwangen das Abitur am technischen Gymnasium gemacht.

Gleichzeitig konnte ich in dieser Zeit mehrere Medaillen bei den Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaften gewinnen. Daher war für mich schnell klar, dass es nach der Schule mit dem Leistungssport weitergehen sollte. Nach der hohen Doppelbelastung im Abiturjahr wollte ich mich auch erst einmal nur auf den Sport konzentrieren.

Die Sportfördergruppe der Bundeswehr hat es mir erlaubt dies umzusetzen und meinen Trainingsumfang deutlich steigern zu können. Im ersten Jahr war es wirklich sehr gut, dass die psychische Doppelbelastung fehlte, aber im zweiten Jahr habe ich gemerkt, dass ich vor allem im Sommer im Kopf nicht ausgelastet war und ich dadurch auch unzufriedener wurde. Ich habe daher Kontakt mit dem Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald, Jürgen Willrett, aufgenommen.  

Da die Bundeswehr mittlerweile die Möglichkeit einräumte auch während der Dienstzeit zu studieren, wollte ich dies versuchen. Mir war aber klar, dass das nur mit sehr speziellen Studienbedingungen mit dem Biathlon zu vereinbaren ist.

Ich wollte etwas mit Technik studieren und Jürgen Willrett informierte mich über die Möglichkeiten als Leistungssportler an der Hochschule Furtwangen "Marketing und Vertrieb - Wirtschaftsingenieurwesen" zu studieren. Der Studiengang klang direkt interessant für mich und er hat dann die Kontakte zur Hochschule hergestellt. Ich konnte mich zunächst mit anderen Leistungssportlern austauschen, die dort schon studiert hatten und habe mich anschließend mit dem Dekan der Fakultät, Herrn Schäflein-Armbruster, getroffen. So bekam ich die Sicherheit, dass ich das Studium mit meinen Terminen und sportlichen Zielen verbinden kann. Zusammen mit dem Laufbahnberater haben wir dann einen ersten Plan erarbeitet, wie ich Sport und Studium am besten unter einen Hut bringen kann.

Natürlich zieht sich mein Studium etwas länger hin, auch im Vergleich zu manch anderen Sportlern. Im Winter kann ich so gut wie nicht studieren, weil ich einfach zu viel unterwegs bin. Das heißt die Studienzeit verdoppelt sich.

Aber ein Fernstudium, das vielleicht ein bisschen gleichmäßiger und schneller verläuft, war für mich nie eine Alternative. Mir geht es beim Studium auch um den Austausch mit den Kommilitonen in den Seminaren, also um die, wenn man so will, bessere Chance zur Entwicklung von Methodenkompetenz. Glücklicherweise ist die Hochschule Furtwangen in der Organisation des Studiums so flexibel, dass ich alles gut miteinander vereinbaren kann. Durch die Verankerung der Sonderbedingungen für Sportler in der Studien- und Prüfungsordnung habe ich einen (garantierten) Anspruch darauf. Das gibt mir schon viel Sicherheit. Der Gewinn des Weltmeistertitels 2017 im Sprint bestätigt definitiv, dass dies für mich der richtige Weg war.

 

 

Derzeit stecke ich bereits mitten in der Vorbereitung der hoffentlich ebenso erfolgreichen Olympiasaison. Jetzt wird es also bald wieder richtig ernst und das „Olympiafieber“ steigt. 2019 plane ich den Abschluss meines Studiums. Was danach kommt, weiß ich noch nicht genau, aber sehr wahrscheinlich hänge ich noch ein Master Studium dran. Das werde ich aber nach den Spielen in Pyeongchang mit dem Laufbahnberater am OSP, meinen Trainern und meinen persönlichen Ansprechpartnern besprechen. Natürlich werde ich mir dann auch Gedanken um meine weitere sportliche Zukunft machen.