Greco-Ringer Denis Kudla

Sportlicher Werdegang

  • 2015: U23-Europameister
  • 2016: Bronze Europameisterschaft
  • 2016: Bronze Olympische Spiele

Beruflicher Werdegang

    • 2011: Mittlere Reife
    • 2015: abgeschlossene Ausbildung Chemikant
    • seit 2015: Bundeswehr-Sportsoldat

       

    Als Ringer war mir schon früh klar, dass ich mich nicht alleine auf den Sport verlassen kann. Mein Ziel war zunächst ein Schulabschluss, um eine gute Basis für meinen weiteren beruflichen Werdegang zu haben.

    Um Sport und Schule bestmöglichst zu vereinbaren, wechselte ich vom Süden Deutschlands auf ein Ringerinternat in der Pfalz. Dort hatte ich sowohl ideale Trainingsbedingungen, als auch die Schule in unmittelbarer Nachbarschaft. Nach erfolgreichem Schulabschluss entschied ich mich zunächst für eine Ausbildung zum Chemikanten und zog dafür in eine eigene Wohnung.

    Rückblickend war dies vielleicht eine übereilte Entscheidung und ich hätte mich noch gezielter und länger beraten lassen sollen, denn schnell begriff ich, dass ich meine Zukunft nicht in der Chemiebranche sah…

    Auf dem Weg zum Abitur...

    Nach meiner Zeit auf der Grundschule in Dasing, zog ich bereits mit 11 Jahren rund 400km weg von meinem Heimatort und entschied mich das Ringerinternat in Schifferstadt zu besuchen. Die idealen Rahmenbedingungen vor Ort versprachen die bestmögliche Kombination von Schule und Sport und insbesondere meine sportlichen Ziele zu verwirklichen. Anfangs sind natürlich viele Tränen geflossen und die Entfernung zu meiner Familie fiel mir nicht leicht, aber die beeindruckenden Möglichkeiten vor Ort und die Freude am Training überwiegten. Da auch mein älterer Bruder das Internat in Schifferstadt besuchte und ich durch das Ringen neue Kontakte knüpfte, lebte ich mich schnell ein und fühlte mich wohl.

    Der Tagesablauf war genau durchgetaktet. Frühstück um 7 Uhr, anschließend Schule bis 13.15 Uhr. Ab meinem 12. Lebensjahr trainierte ich auch noch vor dem Frühstück und lief ab 5.30 Uhr meine Runden auf dem Sportplatz. An den Nachmittagen wurden wir im Internat bei den Hausaufgaben betreut, bevor es wieder ins Training ging.

    Fünf Jahre verbrachte ich insgesamt auf dem Sportinternat und wurde immer für Lehrgänge und Wettkämpfe freigestellt, erhielt aber auch genug Unterstützung, damit meine schulischen Leistungen nicht darunter litten. So legte ich erfolgreich meinen Realschulabschluss am Paul-von-Denis Schulzentrum ab und zog bereits mit 16 Jahren in eine eigene Wohnung.

    In der Lehre als Chemikant...

    Meine Stärken während der Schulzeit lagen eher im naturwissenschaftlichen Bereich und so entschied ich mich, nach Beratung aus meinem Umfeld, für eine Lehre als Chemikant bei Thor Chemie in Speyer. Während meiner Lehrzeit musste ich meinen Tagesrhythmus extrem umstellen und mich zunächst auf die neue und ungewohnte Situation einstellen. Acht Stunden täglich bei der Arbeit mussten nun mit Training und zusätzlichem Lernen vereinbart werden. Hinzu kam Schichtarbeit, in der ich teilweise auch nachts arbeiten musste und so mein Schlafrhythmus durcheinandergeriet. Aber nach einem halben Jahr hatte ich mich auch daran gewöhnt und ich wurde während der gesamten Ausbildungszeit auch ideal von meinem Arbeitgeber unterstützt. So konnte ich meinen Sport uneingeschränkt ausüben und auch Freistellungen waren kein Problem.

    Besonders hilfreich waren dabei die jährlichen Abstimmungen mit meinem Bundestrainer, dem OSP-Laufbahnberater sowie den Ausbildungsbetrieben. Eine langfristige Planung machte es so möglich, meine Ausbildung entsprechend meiner Ziele anzupassen.

    Nach der Ausbildung...

    Auch wenn ich meine Ausbildung zum Chemikanten nach dreieinhalb Jahren erfolgreich abschließen konnte, war mir am Ende klar, dass ich diesen Berufsweg nicht weiterverfolgen wollte. Hinzu kam, dass der Umgang mit Chemikalien auf Dauer nicht besonders gesundheitsfördernd ist und man gerade als Sportler darauf achten muss. So entschied ich mich, zur Bundeswehr zu gehen. Seit 2015 bin ich nun Sportsoldat in Bruchsal, kann mich dort unter optimalen Bedingungen auf den Ringersport konzentrieren und bin wirtschaftlich abgesichert. So konnte ich mich auch optimal auf die Olympischen Spiele in Rio vorbereiten und arbeite auch weiterhin an meiner sportlichen und beruflichen Zukunft. Zwar bin ich mir noch nicht ganz im Klaren, was ich später beruflich machen möchte, werde aber zunächst meine Fachhochschulreife bei der Bundeswehr nachholen.

    Der Sport in Verbindung mit Schule, Ausbildung und Beruf verlangt eine Menge Disziplin, die ich schon früh an den Tag legen musste, die mir aber auch sicherlich auf der Ringermatte in schwierigen Situationen geholfen hat. Mit meiner jetzigen Situation bin ich sehr zufrieden und blicke zuversichtlich in die sportliche und berufliche Zukunft. Dafür möchte ich mich zum Schluss noch einmal besonders bei meinen Eltern bedanken, die mich auf meinem gesamten Weg immer unterstützt haben.